Ueber den Buſammenhang der thieriſchen Natur des Menſchen mit ſeiner geiſtigen.*)
Einleitung. §. 1.
Schon mehrere Philoſophen haben behauptet, daß der Koͤrper gleichſam der Kerker des Geiſtes ſey, daß er ſolchen allzuſehr an das Irdiſche hefte und ſeinen ſogenannten Flug zur Voll⸗ kommenheit hemme. Wiederum iſt von manchem Philoſophen mehr oder weniger beſtimmt die Meinung gehegt worden, daß Wiſſenſchaft und Tugend nicht ſowohl Zweck, als Mittel zur Gluͤckſeligkeit ſeyen, daß ſich alle Vollkommenheit des Menſchen in der Verbeſſerung ſeines Koͤrpers verſammle.
*) Dieſer Verſuch, bisher in die ſaͤmmtlichen Werke Schillers nicht aufgenommen, nun aber von ſeinen Soͤhnen hiefuͤr veſtimmt, erſchien ſchon im Jahre 1780 im Drucke und zwar als:„Eine Abhandlung, welche in hoͤchſter Gegenwart Seiner berzoglichen Durchlaucht, waͤhrend den oͤffentlichen akademiſchen Pruͤfungen, vertheidigen wird Johann Chriſtoph Friedrich Schiller, Candidat der Mediein in der herzoglichen Militaͤr⸗Akademie.“


