Teil eines Werkes 
8. Band (1838)
Entstehung
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griff, als ihnen die Nachricht gebracht wurde, daß die Schelde nun wirklich geſchloſſen, und alle Zufuhr aus Seeland abge⸗ ſchnitten ſey. Und zu Vermehrung ihres Schreckens mußten ſie zu derſelben Zeit noch den Verluſt der Stadt Bruͤſſel er⸗ fahren, welche endlich durch Hunger genoͤthigt worden, ſich zu ergeben. Ein Verſuch, den der Graf von Hohenlohe in eben dieſen Tagen auf Herzogenbuſch gewagt, um entweder dieſe Stadt wegzunehmen, oder doch dem Feinde eine Diverſion zu machen, war gleichfalls verungluͤckt, und ſo verlor das bedraͤngte Antwerpen zu gleicher Zeit alle Hoffnung einer Zufuhr von der See und zu Lande. ¹)

Durch einige Fluͤchtlinge, welche ſich durch die ſpaniſchen Vorpoſten hindurch in die Stadt geworfen, wurden dieſe un⸗ gluͤcklichen Zeitungen darin ausgebreitet, und ein Kundſchafter, den der Buͤrgermeiſter ausgeſchickt hatte, um die feindlichen Werke zu recognosciren, vergroͤßerte durch ſeine Ausſagen noch die allgemeine Beſtuͤrzung. Er war ertappt und vor den Herzog von Parma gebracht worden, welcher Befehl gab, ihn uͤberall herumzufuͤhren, und beſonders die Einrichtung der Bruͤcke aufs genaueſte beſichtigen zu laſſen. Nachdem dieß geſchehen war, und er wieder vor den Feldherrn gebracht wurde, ſchickte ihn dieſer mit den Worten zuruͤck:Geh, rief er,und hinter⸗ bringe denen, die dich herſchickten, was du geſehen haſt. Melde ihnen aber dabei, daß es mein feſter Entſchluß ſey, mich ent⸗ weder unter den Truͤmmern dieſer Bruͤcke zu begraben, oder durch dieſe Bruͤcke in eure Stadt einzuziehen. ²)

Aber die Gewißheit der Gefahr belebte nun auch auf ein⸗ mal den Eifer der Verbundenen, und es lag nicht an ihren

¹) Strada 567 571. Meteren 492. 494. Thuan. III. 44. 45 2) Strada 568