Teil eines Werkes 
7. Band (1838)
Entstehung
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Der karge Styr gibt ſeinen Raub nickt her. — Todt waͤr' er? Nein, er iſt nicht tedt! Er lebt In dir! Noch immer glaub' ich ihn vor Augen Zu ſehn! Ich ſpreche ja mit ihm! Mein Herz— — Ach, ich vergeſſe mich! Herr, wider Willen Reißt mich der Wahnſinn fort—

Hippslyt.

Ich ſeh' erſtaunt

Die wunderbare Wirkung deiner Liebe. Theſeus, obgleich im tiefen Grabe, lebt Vor deinen Augen! Von der Leidenſchaft

Zu ihm iſt deine Seele ganz entzuͤndet.

Phädra. Ja, Herr, ich ſchmachte, brenne für den Theſeus, Ich liebe Theſeus, aber jenen nicht, Wie ihn der ſchwarze Acheron geſehn, Den flatterhaften Buhler aller Weiber, Den Frauenrauber, der hinunterſtieg, Des Schattenkönigs Bette zu entehren, Ich ſeh' ihn treu, ich ſeh' ihn ſtolz, ja ſelbſt Ein wenig ſcheu— Ich ſeh' ihn jung und ſchön Und reizend alle Herzen ſich gewinnen. Wie man die Götter bildet, ſo wie ich — Dich ſehe! Deinen ganzen Anſtand hatt' er, Dein Auge, deine Sprache ſelbſt! So faͤrbte Die edle Röthe ſeine Heldenwangen, Als er nach Kreta kam, die Töchter Minos' Mit Lieb' entzündete— Wo warſt du da? Wie konnt' er ohne Hippolyt die beſten, Die erſten Helden Griechenlands verſammeln? O daß du, damals noch zu zarten Alters,