Teil eines Werkes 
7. Band (1838)
Entstehung
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Und alle Qualen, die ſie zürnend ſendet. Durch fromme Opfer hofft' ich ſie zu wenden, Ich baut' ihr einen Tempel, ſchmuͤckt' ihn reich, Ich ließ der Göttin Hekatomben fallen,

Im Blut der Thiere ſucht' ich die Vernunft, Die mir ein Gott geraubt Ohnmächtige Schutzwehren gegen Venus Macht! Umſonſt Verbrannt' ich köſtlich Rauchwerk auf Altaͤren; In meinem Herzen herrſchte Hippolyt,

Wenn meine Lippe zu der Göottin flehte.

Ihn ſah ich uͤberall und ihn allein;

Am Fuße ſelbſt der rauchenden Altaͤre

War er der Gott, dem ich die Opfer brachte. Was frommte mir's, daß ich ihn uͤberall Vermied O ungluckſeliges Verhängniß!

In des Vaters Zuͤgen fand ich ihn ja wieder. Mit Ernſt bekaͤmpft' ich endlich mein Gefuͤhl; Ich that Gewalt mir an, ihn zu verfolgen. Stiefmuͤtterliche Launen gab ich mir,

Den auzutheuren Feind von mir zu bannen.

Ich ruhte nicht, bis er verwieſen ward;

In den Vater ſtuͤrmt' ich ein mit ew'gem Dringen, Bis ich den Sohn aus ſeinem Arm geriſſen Ich athmete nun wieder frei, Oenone,

In uUnſchuld floſſen meine ſtillen Tage, Verſchloſſen blieb in tiefſter Bruſt mein Gram, Und unterwuͤrfig meiner Gattinpflicht

Pflegt' ich die Pfänder unſrer Unglücksehe! Verlorne Muͤh'! O Tücke des Geſchicks!

Mein Gatte bringt ihn ſelbſt mir nach Trözene; Ich muß ihn wiederſehn, den ich verbannt,