Teil eines Werkes 
7. Band (1838)
Entstehung
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Oenone. Große Goͤtter, ſchaut auf unſre Thraͤnen! Phädra. Wie dieſe ſchweren Huͤllen auf mir laſten, Der eitle Prunk! Welch ungebetne Hand Hat dieſe Zoͤpfe kuͤnſtlich mir geflochten, Mit undankbarer Muͤhe mir das Haar Um meine Stirn geordnet? Muß ſich Alles Verſchwoͤren, mich zu kraͤnken, mich zu quaͤlen? Oenone.* So iſt ſie ewig mit ſich ſelbſt im Streit! Du ſelbſt, o Königin, beſinn' dich doch, Dein trauriges Beginnen widerrufend, Haſt unſern Fleiß ermuntert, dich zu ſchmuͤcken. Du fuͤhlteſt dir noch Kraͤfte, dich hervor Zu wagen und der Sonne Licht zu ſehn. Du ſiehſt es jetzt und haſſeſt ſeinen Strahl! Phädra. Glanzvoller Stifter meines traurigen Geſchlechts! Du, deſſen Enkeltochter ich mich ruͤhme! Der uͤber meine ſchmaͤhliche Verirrung Vielleicht erroͤthet hoher Sonnengott! Zum Letztenmale ſeh' ich deine Strahlen. Oenone. Weh mir, noch immer naͤhrſt du, Königin, Den traur'gen Vorſatz und entſagſt dem Leben? Phädra(ſchwaͤrmeriſch). O ſaͤß' ich draußen in der Waͤlder Gruͤn! Wann wird mein Aug' auf der beſtaͤubten Bahn Des raſchen Wagens fluͤcht'gen Lauf verfolgen? Oenone. Wie, Koͤnigin? Was iſt das?