(Er zieht einen Dolch und will ſich durchſtechen. In demſelben Augenblick macht Adelma eine Bewegung, ihn zuruͤck zu halten, und Turandot ſtuͤrzt von ihrem Thron.)
Turandot (ihm in den Arm fallend, mit dem Ausdruck des Schreckens und der Liebe). Kalaf! (Beide ſehen einander mit unverwandten Blicken an und bleiben eine Zeit lang unbeweglich in dieſer Stellung.) Altoum. Was ſeh' ich! Kalaf(nach einer Pauſe). Du? du hinderſt meinen Tod?
Iſt Das dein Mitleid, daß ich leben ſoll,
Ein Leben ohne Hoffnung, ohne Liebe?
Meiner Verzweiflung denkſt du zu gebieten?
— Hier endet deine Macht. Du kannſt mich toͤdten;
Doch mich zum Leben zwingen kannſt du nicht.
Laß mich, und, wenn noch Mitleid in dir glimmt,
So zeig' es meinem jammervollen Vater!
Er iſt zu Peckin; er bedarf des Troſtes:
Denn auch des Alters letzte Stütze noch,
Den theuren, einz'gen Sohn raubt ihm das Schickſal.
(Er will ſich toͤdten.)
Turandot(wirſt ſich ihm in die Arme). Lebt, Kalaf! Leben ſollt Ihr— und für mich! Ich bin beſiegt. Ich will mein Herz nicht mehr Verbergen— Eile, Zelima, den beiden Verlaſſenen, du kennſt ſie, Troſt zu bringen, Freiheit und Freude zu verkünden— Eile! Zelima.
Ach, und wie gerne!


