's kommt keine Fliege ins Serail, ſie wird Erſt wohl beſichtigt und beſchaut, ob ſie Ein Maͤnnchen oder Weib, und, iſt's ein Maͤnnchen, Wird's ohne Gnad' gekreuzigt und gepfahlt.
— Wer iſt der Alte da? Barak. Ein armer Bettler,
Den ich nicht kenne— Kommt und laßt uns gehn.
Truffaldin (betrachtet den Timur mit laͤcherlicher Genauigkeit).
Gemach! gemach! Ein armer Bettler! Ei!
— Wir haben uns großmüthig vorgeſetzt,
Auch dieſes armen Bettlers Glück zu machen.
(Bemerkt und betrachtet die Stirina.)
— Wer iſt die Weibsperſon?
Varak. Was zögerſt du?
Ich weiß, daß deine Koͤnigin mich erwartet.
Laß dieſen Greis! Das Weibsbild kenn' ich nicht, Hab's nie geſehn und weiß nicht, wer ſie iſt.
Truffaldin Gornig).
Du kennſt ſie nicht? du haſt ſie nie geſehn? Verdammte Luͤge! Was? Kenn' ich ſie nicht Als deine Frau und als die Mutter nicht Der Sklavin Zelima? Hab' ich ſie nicht Zu hundert Malen im Serail geſehn,
Wenn ſie der Tochter weiße Waͤſche brachte?
(Mit komiſcher Gravitaͤt zu den Verſchnittenen.)
Merkt, Sklaven, den Befehl, den ich euch gebe!
Die drei Perſonen hier nehmt in Verwahrung! Bewacht ſie wohl, hört ihr, laßt ſie mit keiner
Schillers ſämmtl. Werke. VI 25


