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Komm, meine Tochter! Wenn der todte Bruder Ihn ſo gewaltig nachzieht in die Gruft,
So mag vielleicht die Schweſter, die geliebte, Mit ſchöner Lebenshoffnung Zauberſchein Zurück ihn locken in das Licht der Sonne.
Beatrice erſcheint am Eingange der Scene. Donna Jſabella.
Don Ceſar und der Chor. Don Ceſar (bei ihrem Anblick heftig bewegt ſich verhüllend). O Mutter! Mutter! Was erſanneſt du? Iſabella Cführt ſie vorwärts). Die Mutter hat umſonſt zu ihm gefleht: Beſchwöre du, erfleh' ihn, daß er lebe! Don Ceſar. Argliſt'ge Mutter! Alſo prüfſt du mich! In neuen Kampf willſt du zuruͤck mich ſtuͤrzen? Das Licht der Sonne mir noch theuer machen Auf meinem Wege zu der ew'gen Nacht? — Da ſteht der holde Lebensengel maͤchtig Vor mir, und tauſend Blumen ſchüttet er Und tauſend goldne Früchte lebenduftend Aus reichem Füllhorn ſtrömend vor mir aus;
Das Herz geht auf im warmen Strahl der Sonne,
Und neu erwacht in der erſtorbnen Bruſt
Die Hoffnung wieder und die Lebensluſt. Iſabella.
Fleh' ihn: dich oder Niemand wird er hören,
Daß er den Stab nicht raube dir und mir. Veatrice.
Ein Opfer fordert der geliebte Todte;
Schillers ſaͤmmtl. Werke. V.


