460
Weiß ich dein ganz Geheimniß? Haſt du nichts, Nichts mir verſchwiegen oder vorenthalten? Beatrice. Was denkſt du? Wie? Was hätt' ich zu geſtehen? Dan Manuel. Von deiner Mutter haſt du mir noch nichts Geſagt. Wer iſt ſie? Würdeſt du ſie kennen, Wenn ich ſie dir beſchriebe— dir ſie zeigte? Beatrice. Du kennſt ſie— kennſt ſie und verbargeſt mir? Don Manuel. Weh' dir und wehe mir, wenn ich ſie kenne! Veatrice. O, ſie iſt gütig, wie das Licht der Sonne! Ich ſeh' ſie vor mir, die Erinnerung Belebt ſich wieder, aus der Seele Tiefen Erhebt ſich mir die göttliche Geſtalt. Der braunen Locken dunkle Ringe ſeh' ich Des weißen Halſes edle Form beſchatten! Ich ſeh' der Stirne reingewölbten Bogen, Des großen Auges dunkelhellen Glanz, Auch ihrer Stimme ſeelenvolle Tone Erwachen mir— Don Manuel. Weh' mir! Du ſchilderſt ſie! Beatrice. Und ich entfloh ihr! konnte ſie verlaſſen, Vielleicht am Morgen eben dieſes Tages, Der mich auf ewig ihr vereinen ſollte! O, ſelbſt die Mutter gab ich hin für dich!


