(Thekla, welche die letzten Reden mit allen Zeichen der Angſt begleitet, ver⸗ fällt in ein heftiges Zittern, ſie will ſinken, Fräulein Neubrunn eilt hinzu und empfängt ſie in ihren Armen.)
Neubrunn. Mein theures Fraulein— Hauptmann(gCerührt). Ich entferne mich. Thekla. Es iſt vorüber— bringen Sie's zu Ende. Hauptmann. Da ergriff, als ſie den Führer fallen ſahn, Die Truppen grimmig wüthende Verzweiflung. Der eignen Rettung denkt jetzt Keiner mehr; Gleich wilden Tigern fechten ſie; es reizt Ihr ſtarrer Widerſtand die Unſrigen, Und eher nicht erfolgt des Kampfes Ende, Als bis der letzte Mann gefallen iſt. Thekla(mit zitternder Stimme). Und wo— wo iſt— Sie ſagten mir nicht Alles. Hauptmann(nach einer Pauſe). Heut' früh beſtatteten wir ihn. Ihn trugen gpolf Jünglinge der edelſten Geſchlechter; Das ganze Heer begleitete die Bahre. Ein Lorbeer ſchmückte ſeinen Sarg; drauf legte Der Rheingraf ſelbſt den eignen Siegerdegen. Auch Thranen fehlten ſeinem Schickſal nicht: Denn Viele ſind bei uns, die ſeine Großmuth Und ſeiner Sitten Freundlichkeit erfahren, Und Alle rührte ſein Geſchick. Gern hätte Der Rheingraf ihn gerettet; doch er ſelbſt Vereitelt' es: man ſagt, er wollte ſterben.


