Teil eines Werkes 
4. Band (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

345

Gordon! Nicht meines Haſſes Trieb— Ich liebe Den Herzog nicht und hab' dazu nicht Urſach'— Doch nicht mein Haß macht mich zu ſeinem Moͤrder. Sein böſes Schickſal iſt's. Das Unglück treibt mich, Die feindliche Zuſammenkunft der Dinge.

(Es denkt der Menſch die freie That zu thun, umſonſt! Er iſt das Spielwerk nur der blinden Gewalt, die aus der eignen Wahl ihm ſchnell Die furchtbare Nothwendigkeit erſchafft.

Was häͤlf's ihm auch, wenn mir für ihn im Herzen Was redete— Ich muß ihn dennoch tödten.

Gordon.

O, wenn das Herz Euch warnt, folgt ſeinem Triebe! Das Herz iſt Gottes Stimme; Menſchenwerk Iſt aller Klugheit künſtliche Berechnung. Was kann aus blut'ger That Euch Gluͤckliches Gedeihen? O, aus Blut entſpringt nichts Gutes Soll ſie die Staffel Euch zur Größe bauen? O, glaubt Das nicht— Es kann der Mord bisweilen Den Königen, der Mörder nie gefallen.

Juttler.

Ihr wißt nicht. Fragt nicht. Warum mußten anch

Die Schweden ſiegen und ſo eilend nahn!

Gern überließ' ich ihn des Kaiſers Gnade:

Sein Blut nicht will ich. Nein, er möchte leben;

Doch meines Wortes Ehre muß ich löſen,

Und ſterben muß er, oder— hört und wißt:

Ich bin entehrt, wenn uns der Fürſt entkommt. Gordon.

O, ſolchen Mann zu retten—