Teil eines Werkes 
4. Band (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Und eine Hoffnung, die wir lang gehegt, Sich uns in glänzender Erfüllung zeigen. Ein großes Muſter weckt Nacheiferung

Und gibt dem urtheil höhere Geſetze.

So ſtehe dieſer Kreis, die neue Bühne, Als Zeugen des vollendeten Talents.

Wo möcht' es auch die Kräfte lieber prüfen, Den alten Ruhm erfriſchen und verjüngen, Als hier vor einem auserleſ'nen Kreis, Der, rührbar jedem Zauberſchlag der Kunſt, Mit leisbeweglichem Gefühl den Geiſt

In ſeiner flüchtigſten Erſcheinung haſcht?

Denn ſchnell und ſpurlos geht des Mimen Kunſt, Die wunderbare, an dem Sinn vorüber, Wenn das Gebild des Meißels, der Geſang Des Dichters nach Jahrtauſenden noch leben. Hier ſtirbt der Zauber mit dem Künſtler ab, und, wie der Klang verhallet in dem Ohr, Verrauſcht des Augenblicks geſchwinde Schöpfung, Und ihren Ruhm bewahrt kein dauernd Werk. Schwer iſt die Kunſt, vergänglich iſt ihr Preis; Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze: Drum muß er geizen mit der Gegenwart, Den Augenblick, der ſein iſt, ganz erfuͤllen, Muß ſeiner Mitwelt mächtig ſich verſichern Und im Gefühl der Würdigſten und Beſten Ein lebend Denkmal ſich erbaun So nimmt er Sich ſeines Namens Ewigkeit voraus: Denn, wer den Beſten ſeiner Zeit genug Gethan, Der hat gelebt für alle Zeiten.