Letzte Seene.
Ferdinand. Jer Präſident. Wurm und Vediente, welche alle voll Schrecken ins Zimmer ſtuͤrzen; darauf AMliller mit Volk und Gerichtsdienern, welche ſich im Hintergrunde ſammeln.
Präſident(den Brief in der Hand). Sohn, was iſt das? — Ich will doch nimmermehr glauben—
Ferdinand(wirft ihm das Glas vor die Fuͤße). So ſieh, Moͤrder!
Präſident(taumelt hinter ſich. Alle erſtarren. Eine ſchreckliche Pauſe). Mein Sohn, warum haſt du mir das gethan?
Ferdinand(ohne ihn anzuſehen). O ja freilich! Ich haͤtte den Staatsmann erſt hoͤren ſollen, ob der Streich auch zu ſeinen Karten paſſe?— Fein und bewundernswerth, ich geſteh's, war die Finte, den Bund unſrer Herzen zu zerreißen durch Eifer⸗ ſucht.— Die Rechnung hat ein Meiſter gemacht, aber Schade nur, daß die zuͤrnende Liebe dem Drathe nicht ſo gehorſam blieb, wie deine hoͤlzerne Puppe.
Präſident(ſucht mit verdrehten Augen im ganzen Kreis herum). Iſt hier Niemand, der um einen troſtloſen Vater weinte?
Miller chinter der Scene rufend). Laßt mich hinein! Um Gottes willen! Laßt mich!
Ferdinand. Das Maͤdchen iſt eine Heilige— fuͤr ſie muß ein Andrer rechten.(Er oͤffnet Millern die Thuͤr, der mit Volk und Gerichtsdienern hereinſtuͤrzt.) 3
Miller(in der fuͤrchterlichſten Angſo. Mein Kind! Mein Kind!— éift, ſchreit man, ſey hier genommen worden.— Meine Tochter! Wo biſt du?


