Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
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hoͤren— Meine Hand ſchrieb, was mein Herz verdammte— dein Vater hat ihn dictirt.

Ferdinand(ſtarr und einer Bildſaͤule gleich, in langer todter Pauſe hingewurzelt, faͤllt endlich wie von einem Donnerſchlag nieder).

Louiſe. O des klaͤglichen Mißverſtands— Ferdinand— man zwang mich— vergib— deine Louiſe haͤtte den Tod vor⸗ gezogen— aber mein Vater— die Gefahr— ſie machten es liſtig.

Ferdinand(ſchrecklich emporgeworſem. Gelobet ſey Sott! noch ſpuͤr' ich das Gift nicht. Er reißt den Degen heraus.)

Louiſe(on Schwoͤche zu Schwaͤche ſinkend). Weh! Was beginnſt du? Es iſt dein Vater—

Ferdinand dm Ausdruck der unbaͤndigſten Wuth). Moͤrder und Moͤrdervater!— Mit muß er, daß der Richter der Welt nur den Schuldigen ſtrafe.(Will hinaus.)

Kouiſe. Sterbend vergab mein Erloͤſer— Heil uͤber dich und ihn.(Sie ſtirbt.) 3

Ferdin and(kehrt ſchnell um, wird ihre letzten ſterbenden Bewe⸗ gungen gewahr und ſaͤllt in Schmerz aufgeloͤst vor der Todten nieder). Halt! Halt! Entſpringe mir nicht, Engel des Himmels! Er faßt ihre Hand an und laͤßt ſie ſchnell wieder fallen.) Kalt, kalt und feucht! Ihre Seele iſt dahin.(Er ſpringt wieder auf.) Gott meiner Louiſe! Gnade! Gnade dem verruchteſten der Moͤrder!

Es war ihr letztes Gebet!—— Wie reizend und ſchoͤn auch im Leichnam! Der geruͤhrte Wurger ging ſchonend uͤber dieſe freundlichen Wangen hin.— Die Sanftmuth war keine Larve,

ſie hat auch dem Tod Stand gehalten. Nach einer Pauſe.) Aber wie? Warum fuͤhl' ich nichts? Will die Kraft meiner Jugend mich retten? Undankbare Muͤhe! Das iſt meine Meinung nicht.(Er greift nach dem Glaſe.) 2

Schillers ſaͤmmtl. Werke, II.

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