Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
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dieſem Ihr habt Kummer, ſo lang' Ihr dieſen Sohn habt.

Dieſer Kummer wird wachſen mit Karln. Dieſer Kummer wird

Euer Leben untergraben.

D. a. Moor. Ol er hat mich zu einem achtzigjaͤhrigen Manne gemacht.

Franz. Nun alſo wenn Ihr dieſes Sohnes Euch ent⸗ aͤußertet? 1

D. a. Moor gauffahrend). Franz! Franz! was ſagſt du?

Franz. Iſt es nicht die Liebe zu ihm, die Euch all den Gram macht? Ohne dieſe Liebe iſt er fuͤr Euch nicht da. Ohne dieſe ſtrafbare, dieſe verdammliche Liebe iſt er Euch geſtorben iſt er Euch nie geboren. Nicht Fleiſch und Blut, das Herz macht uns zu Vaͤtern und Soͤhnen. Liebt Ihr ihn nicht mehr, ſo iſt dieſe Abart auch Euer Sohn nicht mehr, und waͤr' er aus Eurem Fleiſche geſchnitten. Er iſt Euer Augapfel geweſen bisher; nun aber, aͤrgert dich dein Auge, ſagt die Schrift, ſo reiß' es aus. Es iſt beſſer, einaͤugig gen Himmel, als mit zwei Augen in die Hoͤlle. Es iſt beſſer, kinderlos gen Himmel, als wenn beide, Vater und Sohn, in die Hoͤlle fahren. So ſpricht die Gottheit!

D. a. Moor. Du wilſſt, ich ſoll meinen Sohn verfluchen?

Franz. Nicht doch! nicht doch! Euren Sohn ſollt Ihr nicht verfluchen. Was heißt Ihr Euren Sohn? dem Ihr das Leben gegeben habt, wenn er ſich auch alle erſinnliche Muͤhe gibt, das Eurige zu verkuͤrzen?

D. a. Moor. O das iſt allzuwahr! das iſt ein Gericht uͤber mich. Der Herr hat's ihn geheißen!

Franz. Seht Ihr's, wie kindlich Euer Buſenkind an Euch handelt. Durch Eure vaͤterliche Theilnehmung erwuͤrgt er Euch, mordet Euch durch Eure Liebe, hat Euer Vaterherz ſelbſt beſtochen, Euch den Garaus zu machen. Seyd Ihr einmal nicht mehr, ſo iſt er Herr Eurer Guter, Koͤnig ſeiner Triebe. Der Damm iſt

Schillers ſaͤmmtl. Werke. II. 2