unterſchrift; aber Chateaubriant kannte die Handſchrift nur zu wohl, und die raſchen Maaßregeln, welche er nun er⸗ griff, zeigten nur zu deutlich, wie richtig dies Oel auf die Gluth ſeines Grimmes getraͤufelt ſei.
Margot, welche bisher auch in den Thurm zur Be⸗ dienung der Graͤfin zugelaſſen worden war, mußte nun das Schloß gaͤnzlich meiden, und fluͤchtete weinend in's Kloſter hinuͤber zu Chimene. Die Graͤfin ſelbſt ward durch Gillover in das unterſte Stockwerk des Thurmes gefuͤhrt, und dort eingeſchloſſen. Dieſer Raum war dunkel und feucht, und die Fenſter deſſelben waren mit Eiſenſtaͤben vergittert. Nur Gillover ward vom Grafen in das Geheim⸗ niß gezogen, ſelbſt Baptiſte nicht, obwohl der Graf gegen dieſen ziemlich vertrauensvoll war. Er trug ihm auf, unter den uͤbrigen Dienern und in der Umgegend zu verbreiten, der Graf habe die Graͤfin fortgejagt, weil ſie die Ehre des Cha⸗ teaubriantſchen Namens befleckt. Sonſt kuͤmmere Dich um nichts! hatte der Graf hinzugeſetzt,— und ſchwatze nicht mit Louiſon, Weiber ſind weinerlich!
Louiſon war ſeit Conſtance's Tode zur uͤbrigen Die⸗ nerſchaft im Erdgeſchoſſe des neuen Schloſſes geſchickt wor⸗ den. Offenbar wollte alſo Chateaubriant Baptiſte's Theil⸗ nahme ſich vorbehalten, ohne ihn doch voͤllig in die Sache einzuweihn. Baptiſte aber wußte gar bald, daß die Graͤ⸗ fin nicht fort ſei: er hatte bemerkt, daß Gillover eine reichlichere Mahlzeit aus der Kuͤche empfinge als fuͤr den Grafen allein erfordert werde, und er hatte ſpaͤt am Abende im unterſten Stocke des Thurmes Licht geſehn. Wer ſollte dort wohnen? Gillover ſchlief auf einer Decke, die er ſich des Abends innen im Thurme vor die Bruͤckenpforte breitete, und wozu haͤtte er Licht gebraucht, wenn ihm ſeine Wohnung da unten angewieſen waͤhre! Zu trauri⸗ gem Anzeichen ſaß auch Jacques der Rabe vor dem Gitter.
Er nahm ſich alſo vor, gleich in der naͤchſten Nacht mit dem Kahne, der unter der Bruͤckenpforte angehaͤngt war, bis unter das Fenſter des unterſten Thurmgeſchoſſes zu fahren, man konnte zur Noth die Eiſenſtaͤbe erreichen


