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ihr blaſſes Geſicht noch blaſſer erſcheinen laſſen, ihr großes Auge aber, welches auf den Diener fiel, als dieſer hinzutrat, um ihr behilflich zu ſein und ihr Gewand zu kuͤſſen, dies Auge hatte einen engelguten Blick, und ihre Stimme, die ſie zu dem bärtigen Seigneur erhob, klang wie melancholi⸗ ſche Muſik.—„Wo ſind wir Lautrec?“ fragte ſte.
An der Charente!
„O hier iſt's ſchoͤn und traulich(Hier moͤcht' ich blei⸗ ben! Es iſt mir, als kennt' ich dies Alles, und doch kann ich es nur aus Schilderungen oder Traͤumen kennen; denn ich bin nie hier geweſen. Dieſe rieſenhohe Ulme da an weichem Abhange zum Beiſpiele—
Dies iſt die Koͤnigsulme— ſprach ein vorlauter Die⸗ ner des Schloſſes.
Schweig! unterbrach ihn Lautrec. Der Diener hatte erzahlen wollen, daß dieſe Ulme von der Geburt des Koͤnigs den Namen habe, und ſo waͤre das Geheimniß voreilig ver⸗ rathen worden. Lautrec wollte aber, daß dies erſt geſchehen ſollte— wenn er an Chimene— ſie war der mauriſch ge⸗ faͤrbte Knabe— einen Boten ſendete mit der Nachricht, es ſei der Koͤnig nahe bei Cognac. Dann ſollten ihr des Koͤ⸗ nigs offne Briefe gereicht, und ſie ſollte unterrichtet werden, dies Schloß ſei nicht eine neue Beſitzung Lautrec's, ſondern ſei das Geburtshaus des Koͤnigs, welches er fuͤr ſie ge⸗ ſchmuͤckt habe.
Lautrec konnte nun auch füglich nicht laͤnger ſäumen, die Regentin in Bordeaur einzuholen. Er verließ alſo noch an demſelben Abend Schloß Cognac, nachdem er Frangoiſe baldige Rückkehr gelobt, Chimene herzlich gegruͤßt und


