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Verzeiht, mein koͤniglicher Bruder, ſprach der Kaiſer, indem er dem eintretenden⸗Konige einige Schritte entgegen ging, verzeiht, daß ich ſo ſpaͤt meiner Schuldigkeit nach⸗ komme, Euch in Spanien zu begruͤßen.
Ihr kommt, mein Herr, Euren Gefangenen zu ſehn.
Nein, ich komme, meinen Bruder und Freund zu ſehn, den ich in Freiheit ſetzen will.
Die beſten Fruͤchte reifen am Langſamſten! erwiderte Franz mit einem melancholiſchen Laͤcheln. Fuͤr meinen Wunſch und Euren Ruhm, ſetzte er hinzu, moͤge Gott geben, daß es fuͤr mich nicht zu ſpaͤt geworden iſt, die langſam gereifte Frucht zu genießen. Ihr findet meinen ſonſt gar tuͤchtigen Koͤrper durch die Luft des Aleazars zer⸗ ſtoͤrt—
Das wolle die heilige Jungfrau zum Beſten wenden! Es waͤre uns ein ewiger Vorwurf, Euch in Spanien ir⸗ gendwie an Leibeskraͤften gefährdet zu wiſſen, und ich hoffe zu Gott, die Erledigung unſrer Geſchaͤfte, welche nun wohl in glatten Gleiſen zu ſchleunigem Ende gehen wird, ſolle Euch bald wieder Kraſt und Lebendigkeit ver⸗ leihn.
Solche Wendung des Geſpraͤchs war die gefaͤhrlichſte fuͤr Koͤnig Franz, der nicht nur ein ſanguiniſcher, leicht zu unbegründeter Hoffnung geneigter Charakter, ſon⸗ dern ein wirklich großmuͤthiger Menſch war, welcher edle Abſichten bereitwillig vorausſetzte, und das Ver⸗ haͤltniß zwiſchen zwei Herrſchern von einem zu ho⸗


