Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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„Aber ſchoͤn iſt ſie, und reiten kann ſie wie die Koͤnigin Iſabeau!“ rief die Stimme des Saͤngers aus einem Haufen.

„Das iſt wahr!“ ſchrieen Andere, und ein allgemeines Gelaͤchter folgte. Es war ſchwer zu ſagen, ob man den Buͤrger auslachte, der ſich die gepeitſchten Augen in unge⸗ ſchickter Stellung rieb, oder ob es dem Attentate aus dem Stegreife galt, welches durch die Entſchloſſenheit einer ſchoͤnen Frau ſo ploͤtzlich geendigt war.

Francoiſe aber jagte unaufhaltſam durch Paris, bis ſie dergeſtalt verirrt war, daß ſie halten und einen Diener um Rath fragen mußte. Es war ſpaͤter Nachmittag, als ſie außerhalb der Stadt den Thurm von St. Denys vor ſich ſah.

Einer jener heißen Sonnentage war es, an welchen die Luft des Tages verdickt und dunſtig, gegen Sonnen⸗ untergang aber in rothgelbem Scheine wunderbar durch⸗ ſichtig erſcheint. Es wandelt dann Alles unter dem Him⸗ mel in dieſer Beleuchtung einher, wie man es auf alten Heiligenbildern zu ſehen gewohnt iſt: ſcharf abgeſchnitten von der Luft und wie angehaucht von einer gewiſſen ſteifen Feierlichkeit. In dieſer wunderbaren Beleuchtung ſah ſie weithin uͤber die Ebene von St. Denys den Koͤnig reiten, der bereits auf dem Ruͤckwege begriffen und nur von wenig Cavalieren begleitet war. Sein Anblick hatte bei dem grellen Himmelslichte etwas Geſpenſtiſches; auf unge⸗ woͤhnlich hohem ſchwarzem Roſſe erſchien er, ein ſehr hoch gewachſener Mann und den Begleitern weit voraus, wie ein unterirdiſch Weſen, das im Brande der Sonne aus den