dem Auftrage Bonnivet's zuſammen und war auf des Kö⸗ nigs Reizbarkeit in Betreff eines ſchoͤnen Weibes berechnet, der zweite betraf die Sicherheit der Herzogin ſelbſt in Be⸗ treff des Semblangay'ſchen Proceſſes. Wurde dieſer bis über den Tod der Koͤnigin hinaus verzoͤgert, ſo konnte die ſchon ſo deutlich an den Tag gelegte fuür Semblangay guͤn⸗ ſtige Einmiſchung der Graͤfin verderblich werden in einem Augenblicke, wo der Koͤnig des einzigen aͤußerlichen Hin⸗ derniſſes einer foͤrmlichen Erhebung der Graͤfin ledig wurde. Die Herzogin ſchickte alſo auf der Stelle Duprat, den ſie nach Fontainebleau berufen hatte, um ihn zur entſchiedenen Parteinehmung zu beſtimmen, nach Paris zuruͤck, indem ſie als thatſaͤchliche Probe ſeiner dauernden Anhaͤnglichkeit von ihm verlangte: binnen drei Tagen muͤſſe Semblangay's Verurtheilung in ihren Haͤnden ſein, um durch ſie und durch ſie allein dem Koͤnige zur Beſtaͤtigung vorgelegt zu werden.
Ferner ſchickte ſie einen Boten nach der Normandie. Er trug einen Brief an Diana von Breze, die ſie vorigen Som⸗ mer in Blois, da ihr Sohn nichts ſah als die widerſtre⸗ bende Frangoiſe, geſehen und ſehr ſchoͤn gefunden hatte. Dieſer Brief verſicherte Diana des lebhafteſten Mitgefuͤhls Seitens der Herzogin fuͤr das bedrohte Schickſal des gefan⸗ genen Grafen St. Vallier, und beklagte es, daß Diana ihr Gnadengeſuch fuͤr den Vater durch die Graͤfin Chateaubri⸗ ant an den Konig gebracht habe. Dieſe ſei von Gluͤck und Zerſtreuung berauſcht und habe der Angelegenheit ſchwer⸗ lich die noͤthige Theilnahme gewidmet. Diana moͤge unver⸗ zuͤglich nach Fontainebleau kommen, am beſten ohne Vor⸗ wiſſen ihres Gemahls, und bei ihr, der Herzogin, abtreten.


