Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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verloͤre, daß ſie alſo ganz und gar und nur auf ſeine Nei⸗ gung angewieſen ſei, das war ihm eine unangenehme Ge⸗ dankenfolge. Sie muͤßte dich alſo ſchon um ihrer ſelbſt wil⸗ len lieben! war ſeine naͤchſte Idee; pfui doch, ſo umarmt man das Waſſer mit aller Kraft, um ſich oben zu erhalten und nicht zu ertrinken! k

Herzogin Louiſe blieb bei dieſen Vorbereitungen nicht ſtehen, ſte wußte, daß ſie noch zwei Hauptſtuͤtzen der Graͤfin zu erſchuͤttern hatte: Bude und Florentin, den ſchoͤnen Prie⸗ ſter, welchem bald nach Francgoiſens Abreiſe von Foir die erwartete Befoͤrderung nicht entgangen und der als reich dotirter Pralat nach Paris gekommen war. Mit irgend einer Verdaͤchtigung der Graͤfin bei Budé durchzudringen, das erwartete ſie nicht, denn ſie empfand ſehr wohl, daß dieſer einfache und unbefleckte Charakter außerhalb ſolcher Kreiſe lag. Aber eben die Gewiſſenhaftigkeit, welche ihn fuͤr ſolche Zwecke unnahbar machte, konnte benutzt werden gegen ihn und gegen die Graͤfin; denn was koͤnnte nicht durch geſchickte Zuthat und Wendung zu Gift gemacht wer⸗ den in dieſer Welt! Wenn Budé veranlaßt wurde, immer und immer wieder den Koͤnig an ſeine Eheverheißung zu mahnen, ſo machte er ſicher recht bald ſich, die Verheißung und die Graͤfin, welcher die Verheißung gewidmet worden, dem Koͤnige laͤſtig. Ferner mußte Budé tugendhafter Weiſe vor dem Beichtvater Frangoiſens, vor dieſem klugen Floren⸗ tin, gewarnt werden, damit er ſeinerſeits ſeinen Schützling, die Graͤfin, warne vor dieſem bedenklichen Menſchen. Je⸗ denfalls wurde dadurch wenigſtens Mißtrauen geſaͤet, und die Graͤfin mußte von ihren unter einander entzweiten

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