Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
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Kreuz ſeines Degens gekuͤßt und ſich unter einen Baum ſetzen laſſen, das Antlitz gegen den Feind zugekehrt, denn auch im Tode ſollte der Feind ſeinen Ruͤcken nicht ſehen. Und Bourbon iſt der erſte geweſen, der in der Begierde Bonnivet zu fahen, bis an den Baum gekommen iſt. Ach Herr von Bayart, hat er ausgerufen, wie jammert's mich, Euch ſo zu ſehen, Ihr, der Ihr ein ſo muſterhafter Ritter wart! Mein Herr, hat Bayart erwidert, uͤber mich iſt nicht zu jammern, denn ich ſterbe in Ehren, aber mich jam⸗ mert Eurer, den ich fechten ſehe gegen ſeinen Fuͤrſten, gegen ſein Vaterland und gegen ſeinen Schwur! So iſt er geſtorben unter den Wehklagen der Feinde Frankreichs, die ihn liebten wie wir ob ſeiner Tugenden.

Es ſterben alle Tugenden in dieſem Lande, Brezé!

O es iſt eine grenzenloſe Klage uͤber das ganze Land ausgebrochen, als man Herrn Bayart's Leiche uͤber die Alpen gebracht hat in ſeine Heimath, das Dauphiné. Einen Monat lang iſt jegliches Spiel und jeder heitere Zeitver⸗ treib von ſelbſt unterblieben, und alle Welt ſagt, es bedeute dieſer Tod dem Lande ſchweres Unheil.

Er bedeutet, was ſchon iſt: die Rittertugend geht zu Grabe, des Koͤnigs Laune erhebt ſich uͤber Brauch und Ge⸗ ſetz, und die Emporkoͤmmlinge, die Menſchen der Gunſt, ſtrecken ihre ſchmutzigen Haͤnde aus uͤber die Seigneurs des Landes. Und Ihr ſpracht mir noch in Blois von einem großen Frankreich, das ſich bilden werde! Ein Frankreich der Avantuͤriers, ein Schattenſpiel weniger Jahre!

Leider ſcheint Ihr Recht zu behalten; Bourbon iſt mit den Spaniern und Italienern durch die Corniche herab