tung ein entſetzliches Anſehn durch ein Paar Augen, welche wie Raͤder rund aus der Hoͤhe herabſtarrten.
Dieſer Mann, welcher ſich an ſeinem Kinde letzen wollte, aber offenbar zerſtreut und mit ſeinen Gedanken anderswo beſchaͤftigt war, mochte ſehr unglücklich ſein. Wer mag entſcheiden was am ſchmerzhafteſten in ihm fraß! Ob der eigenthuͤmliche Grad von Neigung, welchen er doch fuͤr ſeine ſchoͤne Frau gehegt und welcher ſich verworfen ſah; ob der beleidigte Mannesſtolz, der ſich bei oͤffentlicher Weibesuntreue rieſengroß und ſchmerzhaft in dem Manne zu erheben pflegt; ob der Stolz des Edelmannes, der ſeine Hausehre preisgegeben ſah? Wenn alles das zuſammen ihn peinigte, jetzt war eine ſehnſuͤchtige Wehmuth vorherr⸗ ſchend: ſein trauriges Auge druͤckte den Wunſch aus, der Gattin vergeben, ſie wieder aufnehmen, ihr ein Loos berei⸗ ten zu koͤnnen, welches ſanfter und lieblicher wäͤre, als ſie es vor der Entfernung vom Schloſſe Chateaubriant erfah⸗ ren hatte.
Da oͤffnete Gillover, der eisgraue Diener des Hauſes, welchem der Graf die beſondere Wacht des Thurmes uͤber⸗ tragen hatte, die Bruͤckenpforte und ließ einen Fremden eintreten, der hoͤflich gruͤßend auf den Grafen zuſchritt. Dieſer erkannte in dem beſtaubten, uͤbrigens fein gekleide⸗ ten Manne, ſchmalen, geſunden Angeſichtes erſt am Tone der Stimme ſeinen Freund Brezé, den Seneſchal der Nor⸗ mandie.„Wißt Ihr, was in der Welt vorgeht?“ fragte dieſer nach den erſten Begruͤßungen.
Nichts weiß ich ſeit faſt einem halben Jahre, erwiderte der Graf. Seit drei Monaten peinigt mich eine Melan⸗


