Der Wirth der Herberge erzaͤhlte denn auch auf Nachfrage,
es ſei kurze Zeit vor ihm eine Dame mit einem Diener den Schloßberg hinaufgeritten. Brion warf einen drohenden Blick auf Baptiſte, und fragte den Wirth, wie weit die Abtei vom Orte entfernt ſei.
Einen Buͤchſenſchuß, Seigneur; wenn Ihr hinuͤber geht bis an die Waldecke am Strome, und links hinum⸗ ſchaut, ſo ſeht Ihr ſie. Der Pförtner iſt ein freundlicher Bruder, und wird Euch fuͤr eine hoͤfliche Zumuthung hoͤflich Rede ſtehn, ob eine Novize, oder eine Fremde eingetroffen ſei.
Brion machte ſich ſogleich auf den Weg, und zog zehn Minuten darauf die Glocke an der Abtei. Der feiſte Pfoͤrt⸗ ner oͤffnete den Schieber halb, um zu ſehn, ob es der Muͤhe werth ſei, ihn ganz aufzuſchieben. Der ſtattliche Herr im Federhute ſah allerdings darnach aus, und der Pfoͤrtner zeigte ſich entgegen kommend. Wahrſcheinlich haͤtte Brion auf eine einfache Anfrage genuͤgende Auskunft erhalten, da dem Pfoͤrtner kein beſonderes Stillſchweigen von Florentin auferlegt worden war, aber er begann damit, dem laͤchelnden Thorhuͤter eine Handvoll Silbermuͤnze in die verſtaͤndig entgegen kommende Hand zu druͤcken, und ſo erhielt die un⸗ verfaͤngliche Frage fur dieſen ſeines Poſtens kundigen Mann ſchnell eine Bedeutung. Hat die Auskunft ſolchen Werth, philoſophirte der Pfortner in Eile, ſo wird der Werth ſtei⸗ gen, wenn die Auskunft ſchwierig iſt. Er antwortete alſo ausweichend, und um Zeit fur ſeine Politik zu gewinnen, bat er um naͤhere Beſchreibung der Dame, die einpaſſirt ſein ſollte, und um den Namen derſelben. Kurz, Brion zeigte ſo unpolitiſchen Eifer, daß er vom Pfoͤrtner nichts


