Hiermit war alle beginnende guͤnſtige Stimmung zerſtoͤrt. Die Herzogin, welche Bonnivet ebenfalls als einen ihr ſtets gefaͤlligen Liebling und ſchoͤnſten Mann des Hofes lebhaft beſchuͤtzte, war auch aufgeſprungen bei dieſem barſchen Ausdrucke, und erwiderte in der erſten Wallung des Unmuthes dem Herzoge nicht minder em⸗ pfindliche Worte. Rede und Gegenrede wurde immer heftiger: ſie warf ihm vor, daß er durch Aufwand in Gefolge und Schmuck, den er an ſeinen Leuten in's Hofla⸗ ger bringe, den Koͤnig zu uͤberbieten trachte, daß er einen zweiten Koͤnig ſpielen wolle, und damit gerechten Zorn und gerechte Strafe herausfordere. Er erwiderte ungeſtuͤm, daß ihm Niemand darein zu reden habe, daß der Koͤnig ſein Lehnsherr, nicht ſein Souverain ſei, daß die gerechte Strafe, von der zu reden ſie ſich erlaube, nichts ſei als niedrige Rache fuͤr beleidigte Eitelkeit, und daß es ihm nicht im Entfernteſten zu Sinn ſtehe, durch Kuppelei ſeinem guten Rechte etwas zu vergeben.
Dies letzte groͤbliche Wort entſchied fuͤr immer: es trieb der Herzogin die Zornesgluth in's Antlitz, und ſie befahl ihm, auf der Stelle aus ihren Augen zu gehen.
Moͤge die Lection Euch beſſern! ſagte der ubel berathene Mann noch im Hinausgehen, und befahl dem Ritter ſeines Gefolges, welcher auf dem Korridor ſeiner harrte, die Pferde ſogleich wieder vorführen zu laſſen. Das Geruͤcht uͤber Unterhandlungen, in welche er mit Kaiſer Karl getreten ſei, trieb ihn, ein Zuſammentref⸗ fen mit dem Koͤnige, der von der Jagd zurüͤck erwartet
wurde, zu vermeiden; denn er wußte nur zu gut, wie


