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wie die Thiere, erſchienen auch die Reiter: der Unphi⸗ loſophiſche auf dem Andaluſier war ein hochgewachſener ſehr ſchoͤner Mann mit kurzgeſchorenem braunem Haar und vollem Kinnbarte, wie ihn damals die franzoͤſtſchen Edelleute nach dem Vorbilde ihres Koͤnigs zu tragen pflegten. Sein Anzug, obwohl beſtaͤubt und befleckt von der Reiſe zu Roß, war von edlen farbigen Stoffen, und bildete einen hellen Kontraſt zu dem braunſchwarzen Tuch⸗ gewande und dem uͤber der Kroupe des Maulthiers haͤn⸗ genden grob haͤrenen braunſchwarzen Mantel des andern Reiters, welcher in ſeinem gelbbleichen Antlitze einem baͤr⸗ tigen Kleriker glich.
Sie waren ſeit mehreren Stunden in einem alten Buchenwalde daher geritten, wie er heutiges Tags in Frankreich zu einer Seltenheit gehoͤrt, und wie er ſelbſt in der noch am reichlichſten damit verſehenen Normandie von ſolcher Ausdehnung nicht mehr anzutreffen iſt. Auch gab es damals noch wenig große Heerſtraßen, am Wenig⸗ ſten in einer einſam abliegenden Kuͤſtenprovinz, und zu einer ſolchen, zur Bretagne naͤmlich, gehoͤrte dieſer Wald. Auf Raſenwegen, welche zuweilen unkenntlich im bemoos⸗ ten Boden der alten Buchenſtaͤmme verſchwanden, einher reitend, ſchienen ſie ſich nur nach dem Stande der Sonne zu richten. Dieſe bewies ſich ihnen denn auch gefaͤllig, und ſchien hell und klar, nach des aͤlteren Herrn Verſicherung ein ſeltnes Glüͤck in der nebligen Bretagne, wo man wie in England die Sonne meiſt nur verſchleiert erblicke. Sie neigte ſich in dieſem Augenblicke gegen Abend, im Ruͤcken der Reiter, und ſchimmerte in rothgelber Pracht


