und gut, und bey ausgezeichneter Schoͤnheit ſo beſcheiden war, als haͤtte ſie nie in einen Spiegel geſehen.— Der Gerichtshalter, der das Protokoll fuͤhrte, rief ſie zum Roſen⸗ maͤdchen aus.
„Ich proteſtire dagegen!“ ſchrie Herr Muffel, der uͤberkluge Barbier und Wund⸗ arzt des Dorfes.
„Aus welchen Gruͤnden?— fragte der Gerichtshalter.
„Pro, primo,“— antwortete Muffel— „iſt Jungfer Lina keine Eingeborene.“
„Wer ſagt das?“ ſprach der Pfarrer. „Das Kirchenbuch beweiſet das Gegentheil.”
„ Und waͤre das auch nicht,“ fiel der General ein,„ſo haͤtte doch Herr Muffel nicht Fug und Macht, ein Geſetz, von dem noch gar nicht die Rede war, zu erſchaffen.— Indeſſen iſt es recht und billig, daß das Roſenmaͤdchen hier geboren ſey, und ſo mag denn dieß fuͤr die Zukunft als Geſetz gelten.“


