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betrachten. Einmal und nur einmal glaubte er eine zweite Geſtalt, der erſten ganz ähnlich, zu bemerken. Aber er hatte ſich getäuſcht: ein Spiegel hatte den Dop⸗ pelgänger hervorgebracht, und er konnte kein zweites Bild der geheimnißvollen Geſtalt entdecken, die ihm folgte wie ein böſes Gewiſſen. Von einem grau⸗ ſamen Verdachte und ſeltſamen Vermuthungen nieder⸗ gedrückt, fühlte er ſich gleichſam bezaubert. Ein ſelt⸗ ſames Geſchick riß ihn fort. Er wollte das ſchützende Viſier abreißen, das weite Kleid auf die Seite ziehen, ſeinen eingebildeten Feind ergreifen und ſich verſichern, ob dieſes graue Kleid wirklich Subſtanz habe, oder nur das fieberiſche Gebilde eines zer⸗ rütteten Geiſtes ſey, das ihn ſtets verfolge und ihm ſtets entſchlüpfe.
Wieder nahte ſich der verhaßte Domino der Fürſtin und aufs Neue wechſelten ſie Begrüßungen. Der Domino blieb in ihrer Nähe, ſie unterhielten ſich, ſie flüſterten. Corſini's Blut ſtrömte gegen ſein Herz, als er in ſtummem, athemloſem Kampfe beobachtete, begierig, ein Wort, einen Laut, ein Zeichen des Verſtändniſſes zu erhaſchen. Die Mi⸗ nuten ſchlichen langſam dahin, die Maske bewegte ſich nicht: er hielt Ella's Hand kühn in der ſei⸗ nigen. Der Gatte ſah nichts mehr. Er ſtürzte vor⸗ wärts;— aber der graue Domino war verſchwunden.


