2 254&᷑
kann nicht ſo leben, als ruhiger Zuſchauer in dieſer geſchäftigen Welt, wo Alle, nur ich nicht, Intereſſen, Neigungen, Beſtrebungen haben. Ich kann nicht allein— unbeſchäſtigt bleiben und von der Kraft Anderer zehren.“
„Ihr Vaterland und Ihre Verwandte haben Rechte auf Sie,“ unterbrach ihn die Fürſtin.„Haben Sie aufgegeben“— un
„Alles, Alles! Ich kann dieſer beklommenen Bruſt mit keiner Täuſchung mehr ſchmeicheln. Sprechen Sie mir nicht von Banden, von Pflichten— ich habe keine— kein Herz entſpricht dem meinigen— kein Auge wird von meinem Blicke entzündet, keine Hand ſtreckt ſich gegen die meinige aus. Es iſt ein Verhängniß, meinen einſamen Weg zu verfolgen, durch keinen Freund erheitert und geſtützt. Niemand ſoll Zeuge meines Schmerzes ſeyn— Niemand ſoll über ſeine Urſache ſich wundern. Ich ich fühle, daß Sie ganz für mich verloren ſind. Was auch meine Gedanken und Hoffnungen geweſen ſeyn mögen — ſie ſind erloſchen. Aber ich will den letzten Kampf verbergen— Niemand ſoll über meinen Schmerz triumphiren. Ich mag dem aufdringlichen, fragenden Blicke nicht begegnen zo ich kann den Verkehr des alltäglichen Lebens nicht ertragen /⁴/. „Noch gibt es Vieles, das Sie lieben, für das


