Teil eines Werkes 
3. Band (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 241&

nicht mehr auch nur eine augenblickliche Erleichte⸗ rung von der Laſt, die ihn niederdrückte; die Ver⸗ gangenheit, die Gegenwart und die Zukunft waren ihm gleich peinlich. Die Stimme der Freundſchaft tönte widrig in ſeine Ohren. Er bebte zurück vor den bekannten G ern, die er einſt freundlich willkommen geheißen; ſie ſchienen jetzt gleich jenen verhaßten Masken auf ihn zu blicken, jenen grauen Denkmälern des Alterthums, die in ihrer ſteinernen Dauerhaftigkeit ſpottend auf unſer vergängliches Ge⸗ ſchlecht herabblicken— eine Reihe von Jahrhunderten hindurch über die Schmerzen lachend, die ſie nicht begreifen können.

Zwiſchen Roſenthal und Corſini war eine un⸗ durchdringliche Scheidewand befeſtigt. Es ſchien, als

enthülle ein geheimnißvoller Einfluß, ein beſonderes,

Ahnungsvermögen, für Andere unergründlich, Jeder⸗ mann die weite Kluft, durch welche der Gatte von dem Geliebten geſchieden war. Das Gefühl des Mißtrauens und Haſſes konnte beinahe mit Augen geſehen werden; für Worte lag es zu tief, es be⸗ durfte nicht der Sprache, um ſeine ſchlimme Bedeu⸗ tung auszuſprechen. Gleich dem unſichtbaren Druck der Elemente, die den Wald entwurzeln und die Städte in ihren Grundfeſten erſchüttern, ohne daß Ella. III. 16