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Größe des Vaters einflößte, auf natürliche Weiſe auf den Sohn. Ich theilte allmählig die Abſichten des Chevalier und hegte Hoffnung auf ihr Gelingen. Anſichten ſind frei, die meinigen haben längſt ſich von jedem Vorurtheil ſrei gemacht.“
„Du kränkſt mich,“ verſetzte der Graf in mil⸗ dem Tone,„Du beunruhigſt meine väterliche Be⸗ ſorgtheit. Ich hatte nicht geglaubt, daß dieſe gefähr⸗ lichen Grundſätze der Neuerung ſo tiefe Wurzeln geſchlagen haben. Der Gedanfe, daß mein Sohn, mein älteſter Sohn, ſeinem Stamme untreu ge⸗ worden!“
„Sie verkennen völlig den wahren Charakter des Patriotismus, wenn Sie glauben, er beſtehe darin, andern Nationen Feſſeln anzulegen. Wenn wir Frankreich die Freiheit gönnen, ſich ſeine Herr⸗ ſcher und Regierungsformen ſelbſt zu wählen, ſo thut dies unſerer Verehrung für den gnädigen Mo⸗ narchen, der uns beherrſcht, oder unſerem Gehorſam gegen die weiſen Geſetze, die uns regieren, keinen Eintrag.“
„Erinnere Dich, daß Du ein Oeſtreicher biſt,“ bemerkte der ältere Roſenthal in warnendem Tone. „Der Umſtand der Nationalität Deiner Mutter darf keine Vorurtheile begründen; Du haſt weder in Frankreich gelebt, noch eine franzöſiſche Erziehung
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