Teil eines Werkes 
3. Band (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8 G⸗⸗

lautbar geworden waren. Er hoffte darum um ſo*

mehr, mit ſeinem väterlichen Rathe durchzudringen, da Albert nicht gerüſtet ſeyn konnte, Widerſtand zu leiſten. Der Fall des Freiherrn war für den älteren Roſenthal ein armſeliger Triumph und nährte die ſchlimmſten Leidenſchaften ſeiner Natur; zugleich ſollte er ihm eine günſtige Gelegenheit geben, das zwiſchen den Familien beſtehende Verhältniß zu trennen und den Verlobten es zu überlaſſen, entweder ſich die Treue zu brechen oder den Aeltern ungehorſam zu ſeyn.

Die Begegnung von Vater und Sohn war ſchmerzlich. Auf beiden Seiten wurden heftige Ge⸗ fühle laut; die gewöhnliche Ehrerbietung des Einen wich der Hartnäckigkeit des Andern, und Albert, voll Unwillen, vergaß ſeine Pflicht in der Erinnerung an ſeine Liebe. Kummer, Ueberraſchung, Schmerz und Reue ließen ihn eine Zeit lang nicht zum Worte kommen, während der Graf die Umſtände, in welche

Lindenberg verwickelt wurde, ſchnell berichtete. Aber

als er ſein förmliches Verbot eines weiteren Brief⸗ wechſels mit Ella gab, kannte der Sturm der Ge⸗ fühle keine Gränzen. Mit feurigem Auge und bleicher Wange hörte Albert, daß der edle und tugendhafte Baron erniedrigt und gebrandmarkt ſey. Er hörte die Entſcheidung, die auf einmal ſeine theuerſten Hoffnungen in in der Wurzel traf, und bemühte ſich

*

1