Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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Wohlergehen beurtheilen, ohne Rückſicht auf die Oede des Herzens, die ſich unter der glänzenden Decke von Rang und Vermögen verbergen kann, beneidenswerth erſcheinen; doch war es für ein Weib wie Ella nicht möglich, für ſchmeichelhafte Aufmerk⸗ ſamkeit unempfindlich zu bleiben, die ihren einfachſten Wünſchen entgegen kam, oder die ſteten, aber ſtum⸗ men Beweiſe inniger Liebe mit hartnäckiger Kälte aufzunehmen. Aber gerade die vortrefflichen Eigen⸗ ſchaften Corſini's, und dieſer waren viele, waren für ſie eine Quelle des Schmerzes, denn ſie konnte ſie nicht bemerken, ohne ſich Vorwürfe zu machen. Sie wünſchte ihren Gatten ſo lieben zu können, wie ſie fühlte, daß er es verdiene, und je größer das Verdienſt war, das ſie an ihm bemerkte, um ſo mehr beklagte ſie die Verkehrtheit ihrer Neigungen. Selbſt ſeine Zärtlichkeit war für ſie ein ſtummer Vorwurf. Sie hätte Unwillen, Heftigkeit, Vernach⸗ läßigung oder ſelbſt Härte ertragen können; aber ſeine unveränderliche Freundlichkeit erfüllte ihre Seele mit dem Gedanken ihrer Unwürdigkeit.

Corſini's Benehmen, obgleich militäriſch ent⸗ ſchieden, war wieder ungemein fein, denn in neueren Zeiten ſchließen die Obliegenheiten des Dienſtes hö⸗ fiſche Feinheit nicht aus. Die tapferſten Männer, die glücklichſten Feldherren waren eben ſo berühmt