248 S⸗
und Materialien zum Zeichnen lagen zum Gebrauche bereit, während in einer anſtoßenden Gallerie herr⸗ liche Originalien von den ausgezeichnetſten Meiſtern hingen, welche ſo der liebenswürdigen Künſtlerin ein reiches und mannigfaches Feld zu Studium und Nachahmung boten. Aber das Herrlichſte war der Muſikſaal. Er vereinigte die Pracht der Empfang⸗ zimmer mit der ſtillen Eleganz des Studirzimmers. Die ſchön gewölbten Fenſter waren ſo angebracht, daß nur ein ſchwaches Licht hineinfiel, damit der Glanz des Tages nicht die Wirkung der Harmonie vernichte. Eine reiche Sammlung der beſten Werke gefeierter Compoſiteurs in koſtbaren Bänden ſtand in einer Niſche. Eine herrliche Orgel ſtand an einem Ende des Zimmers, in der Mitte ein vortrefflicher Flügel und in ſeiner Nähe eine Harfe mit reichem Schnitzwerk und nach dem neueſten Baue. Zahlreiche muſikaliſche Inſtrumente mit verſchiedenen Bezeich⸗ nungen und andere angemeſſene Gegenſtände voll⸗ endeten die Verzierung dieſes Zimmers, in welchem Ella den größten Theil ihrer Zeit zubrachte.
So von jedem Genuſſe umgeben, den die be⸗ ſonnene Liebe ihres Gatten ihr auswählen konnte, mochte die Fürſtin von Corſini oberflächlichen Be⸗ obachtern oder ſelbſt ihren vertrauteren, Bekannten, welche das Glück nur nach Rang und äußerem


