Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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Als Mutter und Tochter des Nachts ſich auf ihre Zimmer entfernten, war der Kuß, den Frau von Lindenberg auf die bleiche Wange ihrer Tochter drückte, heißer als gewöhnlich; aber ein Schatten des Mißfallens verdunkelte ihre Stirne, ein Blitz des Unwillens leuchtete aus ihren Augen; einen Augen⸗ blick zögerte ſie, aber während ſie die aufſteigende Bewegung unterdrückte, bemerkte ſie mit ihrer ge⸗ wöhnlichen Selbſtbeherrſchung und mit überredendem Tone:„Ich werde dem Fürſten von Corſini Deine endliche, günſtige Entſchließung mittheilen. Sey gewärtig, ihn morgen als Deinen Bräutigam zu empfangen.“ Eine ſanfte, laute, nicht zögernde Be⸗ jahung traf das erwartungsvolle Ohr der Mutter, welche zärtlich und lebhaft antwortete:„Gott ſegne Dich, theures, gehorſames Kind!“

Die Thüre ſchloß ſich und Ella wälzte ſich unruhig und fieberhaft auf ihrem Lager. Tauſend unbeſtimmte, aber ſchmerzliche Eindrücke flutheten in ihrem Geiſte, Vorgefühle eines nahenden Unglücks, Empfindungen gegenwärtigen Elendes. Von den ſchwärmeriſchen Eingebungen der Phantaſie niedergedrückt, kehrte ſie ſich von einer Seite zur andern, wie um dem ge⸗

heimnißvollen Einfluß ihrer aufgeregten Einbildungs⸗-

kraft zu entgehen. Aber immer ſtand daſſelbe Bild vor ihr; die ſtrahlenden Züge von Alberts Gattin

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