Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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dem Kelch des Genuſſes gekoſtet und bereits auch die Hefe geſchmeckt hatte, die Denen unausbleiblich zum Looſe fällt, welche ſeine berauſchenden Freuden genießen.

Eine kurze Zeit iſt hinreichend, um die Sorg⸗ loſigkeit der Jugend in die Verantwortlichkeit des Mannesalters umzuwandeln, und die fünf Jahre, welche über Leopolds Haupt dahin gegangen waren, hatten ihm ihren Verlauf mit dem unauslöſchlichen Stempel der Erfahrung eingedrückt. So ſieht die glühende Jugend, die in brauſendem Selbſtvertrauen, in den Täuſchungen der Einbildungskraft beſangen, in das Leben ſtürzt, die eiſernen Zähne des Unglücks/ die ihr entgegenſtarren, nicht eher, als bis ſie wirklich in den Netzen gefangen iſt und die Seele bereits gelernt hat, ſich unter den Druck des Mißgeſchicks zu beugen; erſt dann bemühen wir uns, die Wieder⸗ holung des Streiches zu verhüten, den wir zuvor abzuwenden nicht bedacht geweſen.

Die lang erſehnte Zuſammenkunft, die während ſo vieler Tage die Gedanken und Gefühle jedes Mitglieds des häuslichen Zirkels von Ehrenfels aus⸗ ſchließlich beſchäftigt hatte, ſollte für Alle eine dü⸗ ſtere und ſchreckensvolle werden. Leopolds Rückkehr brachte eine Fülle von Leiden, und das Ereigniß, das