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ungehemmt, keinen Zwang ertragend, in eigenſinni⸗ ger Verwirrung herabwallte, hatte allmählig ſeine glänzendere Farbe in ein prächtiges Dunkelbraun verwandelt, und ohne jene krauſe Verwirrung theilten ſich jetzt die vollen Locken auf eine natürliche Weiſe an den Schläfen, ſo daß die hübſchen Umriſſe einer hohen Stirne ſichtbar wurden. Die tiefblauen, la⸗ chenden Augen, von langen, ſchwarzen Wimpern über⸗ ſchattet, durch welche einſt der Geiſt des Muthwillens und knabenhafter Luſtigkeit ſtrahlte, hatten nichts von ihrem Glanze verloren; aber der Ausdruck des Scherzes war entſchwunden, ihr Blick ſprach jetzt von Liebe, von Krieg, von Schmerz, von kühnen Abenteuern, aber nicht mehr von Freude. Seine ein⸗ geſunkene, von Kummer abgezehrte, Wange hatte die Roſenröthe der Jugend mit der Bräune des reiferen Alters vertauſcht, eine Farbe, deren Dunkelheit den Ausdruck ſeiner feinen regelmäßigen Züge um Vieles erhöhte und wodurch ſich ſogleich die Vorſtellung auf⸗ drängte, daß er viele Wechſelfälle und Mühſelig⸗ keiten des Kriegslebens erduldet haben müſſe.
Der junge, unbekümmerte Leopold, der, die ſturmvolle Laufbahn des thätigen Lebens zu verfolgen, Ehrenfels verlaſſen hatte, kehrte dahin zurück als ein Mann; als ein Mann, der ſich an das unruhige, geſchäftige Treiben des Lebens gewöhnt, der von


