Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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Wer könnte die Gefühle ſchildern wollen, von denen Ella bewegt war, als ſie jedes theure Zeichen früherer Bande, jedes kleine Denkmal verlornen Glückes, eines nach dem andern ſchweigend betrach⸗ tete? Mit bleichen Wangen und zitternder Hand überſah ſie bekümmert die Schätze, die ſie mit gei⸗ ziger Sorgfalt geſammelt hatte und verweilte zärtlich und ſchmerzlich zögernd bei jeder kleinen Reliquie eines Gefühls, deſſen Dauer ſogar dieſe ſchwachen Andenken überlebt hatten, und während ſie hinblickte, dämmerte ihr allmählig die ſchreckliche Möglichkeit von Roſenthals Untreue. Endlich zog ſie aus einem kleinen Schmuckkäſtchen, gleichſam dem Allerheiligſten ihrer Seele, ſeine Briefe hervor! Alberts Briefe! werthlos für die ganze Welt außer für ſie; aber für unſchätzbar! welchen Schatz von Gedanken

und Unterhaltung hatten ſie ihr nicht geboten! die

ſüßeſte Nahrung für zärtliches Nachdenken, und den weiteſten Raum für die Spiele der Phantaſie. Jede Zeile war ihr bekannt, und enthielt einen ihr denk⸗ würdiger Ausdruck, ein zärtliches Beiwort oder ſcherzendes Geplauder. Sie konnte ſich nicht ent⸗ ſchließen, ſie zu leſen; ſie wagte es nicht einmal den Verſuch zu machen; auch war es nicht nöthig, denn ihr koſtbarer Inhalt lebte in ihrem Herzen als ein Theil ihres Weſensz wer kann alſo ihre Gefühle

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