Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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eine geiſtige Freiheit, die ihm viele Jahre lang fremd geblieben war. Von den Feſſeln des Amtes entbunden, erwachte er zu den Freuden einer neu gewonnenen Freiheit. Da er jetzt weder nöthig hatte, Freundſchaft zu gewinnen, noch Erbitterung einzu⸗ ſchüchtern, waren ſeine Worte und Anſichten frei von diplomatiſcher Zurückhaltung. Kein demüthiger Schmeichler kroch jetzt vor ihm, kein lauernder Feind drohte ſeiner Sicherheit. Er allein konnte jetzt über ſeine Zeit verfügen, und jeder Tag war einer an⸗ ziehenden Beſchäftigung gewidmet, die entweder Un⸗ terbaltung verſchaffte oder das Gemüth erhob.

Bei dieſen reizenden Beſchäftigungen leiſtete ihm ſeine Tochter ſtets Geſellſchaft. Mit einander laſen ſie, oder ſchrieben, oder ſprachen oder durchwanderten ſie die anziehendſten Partien der umgebenden Land⸗ ſchaft. Zuweilen, vom Geiſt der Forſchung ange⸗ trieben, drangen ſie tief in das Innere der unge⸗ heuren Wälder, bis dichtes Geſtrüppe ihr weiteres Vordringen unmöglich machte; manchmal erklommen ſie kühn die ſteilen Anböhen der benachbarten Berge oder wanden ſich durch die engen Hohlwege am Fuße derſelben hindurch, und wenn der Anblick der Natur in erhabenen oder reizenden Scenen ſich ihrer Bewunderung enthüllte, zogen ſie daraus eine Auf forderung zur Dankbarkeit und Demuth, die aus