Teil eines Werkes 
1. Band (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

262 G⸗

wichtigen Pflichten ſeines Amtes ſich entledigte; und beinahe wäre das boshafte Unternehmen des Jeſuiten ohne Erfolg geblieben, hätte nicht ſein unabläſſig thätiger Geiſt ſtets an der Möglichkeit feſtgehalten, ſeinen Gegner auf einem andern Wege zu verwiſckeln, dadurch, daß er Thatſachen durch Vermuthungen erſetzte und auf dieſe Art die Macht allmählig unter⸗ höhlte, die er nicht offen angreifen konnte. Stets wachſam, den Scharfſinn, mit dem ihn die Natur begabt, anzuwenden, brachte der Beichtvater die geiſtige Veränderung, die der Herzog von Reichſtadt unbewußt beurkundete, leicht in Zuſammenhang mit der entſchiedenen Bevorzugung, welche Derſelbe für die Geſellſchaft des Freiherrnzeigte. Er beſchloß, ſeinen Zögling noch genauer zu bewachen, und hoffte dadurch einen Faden herauszufinden, der, wenn einmal in ſeinem Beſitz, ihn in den Stand ſetzen würde, den Gegenſtand ſeiner leidenſchaftlichen Verfolgung zu ſtürzen und dem Fortſchritt des Neuerungsprinzips, das er ſürchtete, Einhalt zu tbun.

Aengſtlich darauf bedacht, ſich jede Belehrung zu verſchaffen, durch welche ſein Verdacht eine Stütze erhalten könnte, verdoppelte der Schüler Loyola's ſeine Wachſamkeit und ließ keine Gelegenheit, die Sprache und Gefühle ſeines öglings zu beobachten und zu vergleichen, unbenutzt. In der ereignißvollen

*