Langſam nahm er die flimmernde Lampe von
* dem Tiſche, auf welchem ſie ſtand, verdeckte die ver⸗
löſchende Flamme mit ſeiner geöffneten Hand und näherte ſie dem Lager. Ein Lichtſtrahl fiel auf das Antlitz des Schläfers; ſeine geballte Hand öffnete ſich ein wenig, und eine zweite Bewegung des träumenden Prinzen, der unwillkürlich vor dem Scheine der Lampe zuckte, ließ ein Medaillon los, das er bisher gehalten, und aus ſeiner offenen Hand rollte es auf den Fußboden.
Klemens faßte daſſelbe mit Bllttzesſchnelle, und zu ſeinem größten Schrecken erkannte er das Bildniß Napoleon's, das der Prinz eine Stunde zuvor von Las Caſes erhalten hatte.
„Seines Vaters Bildniß,“ rief der Prieſter in ſeinem Innern.„Meine Beſorgniſſe haben ſich ver⸗ wirklicht, mein Argwohn war nicht ungegründet, das Vertrauen Oeſterreichs iſt verrathen worden.“...
Nach einer kurzen Pauſe, in welcher ſtreitende Gefühle mit ihrem widerſprechenden Ausdruck ſich auf ſeinen harten, aber ausdrucksvollen Zügen malten, rief er in einem Tone triumphirender Bos⸗
heit:„Jetzt, Lindenberg, halte ich Dich!“ Dann
trat er leiſe zurück und ſetzte die erlöſchende Lampe
wieder auf den Tiſch. Auch das Medaillon wurde
wieder in die ohnmächtige Hand gelegt, die ſich über . I. 17
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