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Deine Lebensgeiſter heute ſo ungewöhnlich nieder⸗ geſchlagen?“
„Nicht ungewöhnlich niedergeſchlagen,“ ver⸗ ſetzte ſie,„denn ſeit Roſenthal's Abreiſe fehlt mir die frühere Leichtigkeit des Gemüthes.“
„Du umgehſt meine Frage, Ella, aber Du kannſt mich nicht täuſchen; irgend Etwas laſtet auf Deinem jugendlichen Geiſte. Es iſt hoffentlich nicht
4 Eiferſucht?“
„Himmel! Eiferſucht! Nein!“ ſagte ſie eifrig. „Ich habe nicht den leiſeſten Grund, an der Aufrich⸗ tigkeit ſeiner Neigung zu zweiſeln. Albert iſt un⸗ fähig, zu betrügen.“
„Aber nicht, betrogen zu werden,“ ſagte Lindenberg.
Ella ſchwieg,
„Niemand kann Roſenthal aufrichtiger ſchätzen, als ich,“ fuhr der Baron fort.„Aber es liegt in ſeinem Geiſte ein Keim von Enthuſiasmus, eine Spur von romantiſchem Weſen, das ich zwar un⸗ willkührlich bewundern muß, vor deſſen Folgen ich aber zittere.“
„Haben Sie nicht oft geſagt, theurer Vater, daß auch Sie in früheren Tagen ein Enthuſiaſt waren, und daß die Staatsgeſchäfte, die Sorgen des Amts, dazu beigetragen, das natürliche Feuer Ihres Garakters zu löſchen?“
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