hatten entweder ihre ſchönen Töchter den auf einander folgenden Häuptern des Hauſes Lindenberg zur Ehe gegeben, oder ihre eigenen edlen Gattinnen aus der Mitte der wenigen begünſtigten Frauen dieſes alten Ge⸗ ſchlechtes gewählt, denen es erlaubt war, durch eine vor⸗ theilhafte Verbindung dem drohenden Cölibat in einem erblichen Kapitel zu entgehen, in welchem Frauen aus dem Hauſe Lindenberg eine Reihe von Generationen hindurch die Würde der Aebtiſſinnen bekleidet hatten.
Aber Friedrich Baron von Lindenberg, auf den uns jetzt unſere Erzählung führt, bildete eine glück⸗
liche Ausnahme von der einförmigen Größe ſeiner
Ehrfurcht gebietenden Ahnen. Der einzige Spröß⸗ ling einer Familie, die ohne ihn erloſchen wäre, hatte er in früher Jugend ihre adeligen Auszeich⸗ nungen geerbt. Indem ſo der Ruhm von Jahr⸗ hunderten ihm zufiel, war er gleichwohl weit entfernt, mit dem Glanz ſeiner Lage ſich zufrieden zu fühlen, da er ſeine Beſitzungen in Folge des fürſtlichen Aufwandes ſeiner Vorfahren ſo völlig verſchuldet daß ihm faſt keine Mittel übrig blieben, um alten Titel aufrecht zu erhalten; eine


