— 196—
Opfer deine Schweſter in des Mahlers Armen wer⸗
den ſoll. Nur acht Tage! du ſollſt deinen Vater
treiben. Ich will ihn in Schrecken ſetzen. Aber „wer hat ihn frey gemacht? Wer? Mein Oheim iſt ja der Guͤnſtling des Fürſten. Ich bitte dich, laß uns eilen!*
„Ich verſtehe dich nicht, Boiſen!“
„Auch ſoll Niemand mich verſtehen. Komm!⸗
Boiſen ging zu ſeiner Mutter. Er ent⸗ deckte ihr alles mit Gismonden. Sie hob den Finger drohend auf:„o Ju⸗
gend, Jugend, wie viel Thorheiten begeht ihr!
Und kaum kann man dieſes eine Thorheit nennen, mein Sohn. Wenn dich nicht dein warmes Herz entſchuldigte, du würdeſt eine ſtrenge Richterinn in mir finden.“
Sie fuhr zu ihrem Oheim, dem Günſtlinge des Fürſten. Sie traf ihn in der übelſten Lau⸗ ne von ber Welt; denn der Fürſt hatte ihn ab⸗ weiſen laſſen, und der Polizeydirector hatte ihn beſucht. Gleich an demſelben Tage noch ein Mahl
eine Verhaftung zu⸗ wagen, ging doch unmög⸗
lich n.—
Er bieß ihren Sohn einen Taugenichts, dee
aller ſeiner Gute nicht werth ware. Er ſchwor, er wollte noch heirathen, um ſein Bermögen an ehrliche Leute zu bringen.
Seine Nichte that, als ob ſie erſchräcke; demn ihr Oheim hatte den Plan, ihren Sohn zu adopti⸗
* —


