— 34—
anfing, für neine Rolle beſorgt zu werden.
Seine junge Frau war höchſt reitzend 4 und ich las in ihren Blicken eine gerührte Theilnah⸗ me an meinem Geſchick.
Ich war armlich gekleidet und verhüllt; ſo⸗ gar mein Haar hatte ich in eine Schweizerkappe verborgen.
Der Mann geſtand mir gerade zu, daß er nicht mehr ſagen wollte, als er geſagt hatte.
O Agnes, ich ſchaͤmte mich vor dieſen bey⸗ den einfachen Herzen, die dennoch, trotz aller mei⸗ ner Mühe, die Mutter erkannten. Ja, zuletzt, da er mich bath, den Nahmen der Mutter ihnen zu nennen, weil das Mutterherz ja den Sohn wohl erkennen wuͤrde, wurde ich nach und nach ſo gerührt, daß ich die Flucht ergreifen mußte, um mich nicht zu verrathen.
Ich beſuchte den andern Morgen den Pf ar⸗ rer aufs Neue; aber ich war auf meine Rolle voll⸗ kommen vorbereitet.
Ich war entſchloſſen, ſie dahin zu bemngen, mnir, mein Bild, das man mit meinem Sohne ge⸗ wiß gefunden hatte, zu zeigen, und dann wollt
ich ſagen, er ſey es nicht. Ich ſah recht wohl, daß der Pfatrer und ſei⸗
ne Frau darauf ausgingen, mich als Mutter zu
erkennen, weil ſie mich noch zweifelhaft glaubten über die Achrheit meines Sohnes. Ach, ich wollte
gedete ſo fertig Italiäniſch und ſo ſchoͤn, daß ich


