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„Ich wollte dir ſchreiben, und ich ſchrieb ja auch, und in Worten, die ſo zärtlich und weich waren, wie das Flöten der Nachtigall; denn ſie hatten mich da mit ihrer Liebe, mit ihrem ſtillen Leben, mit der Wahrheit ihrer himmliſchen Ruhe ſo metamorphoſirt, daß ich auf meiner Guitarre, die ſonſt nur von Tyrannenhaß erklang, und dem wil⸗ den Leben der Freyheit, Liebeslieder ſang, deiner Schweſter, Thereſe, Nahmen heimlich in die ſchönſten Bäume grub, und meine Worte ſo fein und zierlich ſetzte, und mit ſo klaͤglich weicher Stimme ſprach, als wäre ich in einer Condolenz⸗ Viſite begriffen.“
„Ich trug deiner Schweſter Arbeitskörbchen ſo voll Ehrfurcht, als läge das Gewebe der Parzen darin. Ich konnte es mit den höchſten Eiden be⸗ ſchwören, ſie haͤtte den kleinſten Fuß, ihre Haut ſey weicher und ſeidener als die des Pfirſichs. Ich konnte mich an dem Muſſelin ergetzen, den ſie zum Kleide trug, und hätte das Endchen Band ſeyn mögen, das ſie im Haare trug, und noch mehr ſolcher erhabenen Gedanken haben! Ich ging wie ein krankes Küchlein immer hinter Thereſen pi⸗ pend her, machte Verſe, und fing ein Trauerſpiel zu ſchreiben an, das wegen der vielen Ausrufungs⸗ zeichen wie Keilſchrift ausſah; denn dafür hatte dein Bruder meine Schrift angeſehen.“
„Auch ging das recht gut. Denn ſie nahmen mich da in ihren Stammbaum auf, und Thereſe⸗


