Teil eines Werkes 
2. Band (1816)
Entstehung
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nahen darf, den unermüdeten Fuß, womit ich das fliehende Wild verfolge über die Erde. Ich folge der Spur ſeiner Lüſte, ſeiner üppigen Küſſe, den Dolch hoch in der treffenden Hand. Seine Träume beſuche ich, und er hört das jauchzende Jagdge⸗ ſchrey der verfolgenden Rachegoͤttinn. Ju! Ju!“

„O gewiß! Er zittert ſchon! Er erblaßt ſchon, wenn ein Fremder ſein Auge auf ihn heftet. Er traumt von Dolchen, von Gift und Strang; denn

meine Schweſter, ſie heißt Cacilie— merke den

Nahmen!— Ach, ſie wendet auch den Blick in die Wolken, wie die Heilige; aber ihr Ohr hört den Seufzer des gebrochenen Herzens, hört der Mutter, der ſterbenden Mutter letztes Röcheln, das Wehgeſchrey der Schutzgeiſter ihrer Tugend, die ſie verließen!— Und die Schwüre des Bru⸗ ders, ſie zu raͤchen! O gewiß, ſie hat dem Ver⸗ führer ihren Bruder genannt! Mein Nahme bringt ihn ſchon jetzt zum Zittern. Denn, ehe ich nach Italien ging, ſagte ſie:„Du gehſt? Ach, auf wie lange?““

„Auf lange, ſagte ich. Aber Cacilie, wenn dir etwas iſt; ſo ſchreib ein Wort. Ich komme zu⸗ rück, dich zu beglücken, oder zu rächen.“

„Zußraͤchen? o nein! denn ich weiß, wie du, wilder Menſch, mich rachen würdeſt.“

„Das wußte ſie. Aber ich wollte ſagen, o traure nicht, mein Ferdinand! Iſt denn der

Königsmantel nicht auch ein Theaterkleid, das von 2

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