Teil eines Werkes 
2. Band (1816)
Entstehung
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täglich in dem allervertraulichſten Umgange mit. Olympien, mit der Mutter und Iſabellen. Die Liebe wuchs ſo leiſe in ſeinem und Olym⸗

piens Herzen auf, ſo leiſe, ſo langſam, ſo un⸗ bemerkt auf, daß ſie Beyde am letzten Tage der drey Monathe haͤtten ſchwoͤren können, es waͤre

noch ſo wie am erſten Tage. Sie waren Beyde ſo

gewiß überzeugt, daß eine Verbindung unter ihnen

nicht möglich war, daß Olympie ruhig lächelte, wwenn ihre Mutter einmahl in einer Anſpielung warnte. Und Braune hatte ſo viel mit ſeiner großen Reiſe in ſeiner Phantaſie zu thun, daß er gar nicht daran dachte.

Olympie war ſo unbeſchreiblich ſanft, und

Braune achtete ſie ſo unbeſchreiblich, daß die Liebe es mit allen ihren Launen zu keinem Zanke zwiſchen Beyden bringen konnte, in dem die Liebe, völlig erwachſen und gerüſtet, hätte hervorſpringen müſſen. Mit Iſabellen wäre es in vier Wochen zu einer Erklaͤrung gekommen, war ſie in Ol ym⸗ piens Alter und an ihrer Stelle. Das kleine Ding war die Einzige im Hauſe, die ihre eigenen Gedanken dabey hatte. Sie brach auch einmahl gegen Olympien damit heraus; aber da Olympie heiße Thraͤnen über den Scherz vergoß: ſo ſagte ſie eifrig, ſich ihre eigene Hand darauf gebend:ich weiß wohl, was ich weiß. Aber ich ſage nicht ein Wort wieder. Und die wilde

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