Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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zuſammenbrechen wird, ſo wird doch ſein Same fortwirken, ja die Geſinnungen ſelbſt die jetzt, in jugendlicher Ueppigkeit aufſchießend, die Anſtalt verwirren und den Stifter verletzen, ſie ſind zum Theil Früchte eben dieſer ſeiner Akademie. Wenn es nun, wie ich glaube, einem Manne als Verdienſt angerechnet werden muß, mit einer lebendigen, ob auch manigfach verworrenen Thätigkeit in ſeine Zeit eingegriffen und, ſelbſt über ſeine Abſicht hinaus, bedeutende Wir⸗ kungen hervorgerufen zu haben, ſo würde wohl ſelbſt ein ägypti⸗ ſcher Todtenrichter an der Pyramide dieſes Mannes keinen ver⸗ nichtenden Spruch fällen. Er hatte große Fehler als Regent, noch größere als Menſch, und dennoch muß man ihm zugeſtehen daß aus ſeinem tyranniſchen Eigenwillen, aus ſeiner oft lächerlichen

Eitelkeit ein nachhaltiges, anerkennungswerthes Streben hervor⸗

leuchtet. Ich fürchte, die unfruchtbaren Tugenden ſeines Bruders werden ihn in ein helleres Licht ſetzen als das Land ſich wünſchen mag. Herzog Karl iſt einer der ſelbſtändigſten und ſelbſtthätigſten Regenten die jemals einen Thron beſeſſen haben, voll Fleiß, Auf⸗ ſicht und Energie in den Regierungsgeſchäften.

Das iſt wahr, ſagte Peterſen. Er nennt auch ſeine geheimen Räthe nur ſeine Couvertmacher.

Obgleich er ein Kind der alten Zeit iſt, fuhr der Dichter fort, ſo hat er doch nach dem Maße ſeiner Einſicht das Land für die Aufgaben des kommenden Jahrhunderts vorbereitet, das ihm nicht vergeſſen wird wie er neben der Beförderung des Ackerbaus, der alten Hauptkraft des Landes, dem Gewerbe und dem Handel, den Kräften der Zukunft, dieſes Brachfeld aufgepflügt hat.

Er wollte noch weiter reden, als ein Bedienter mit einem Schreiben eintrat. Heinrich, an den es gerichtet war, ſah es durch und reichte es mit großer Bewegung dem Dichter hin. Dieſer las, erblaßte und ließ die Hand mit dem Blatte ſinken.

Alle blickten ſtumm auf ihn. Deine Geſchichte hat einen Schluß, Zumſteeg! ſprach er endlich. Der Mann der als Jüng⸗