Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Seine gelben Vögel? rief Schiller verwundert. Was meinte er denn damit?

Seine Conſiſtorialräthe nennt er ſo, antwortete ihm Peter⸗ ſen, und die ganze Geſellſchaft brach in ein unauslöſchliches Ge⸗ lächter aus.

Das alſo war deine Geſchichte? ſagte Schiller.

Sie iſt noch nicht zu Ende, verſetzte Zumſteeg. Ein Viertel⸗ jahr nachher kam ein zweites Reſcript vom Conſiſtorium, des In⸗ halts, da beſagter Magiſter ſich als ein gehorſamer Sohn der Kirche bewieſen habe, ſo ſolle ihm hiemit unverholen ſein daß jetzt ein andrer nicht minder einträglicher Pfarrdienſt erledigt ſei und daß er ſich um dieſen melden könne. Er meldete ſich und erhielt

den Dienſt. Es fügte ſich aber daß dieſe Pfarre nicht weit von Hohenheim entlegen war, wo der Herzog ſpäter ſein Hoflager aufſchlug. Er hatte dem Pfarrer, mit dem er hier wieder zuſam⸗ mentraf, die erſte Beleidigung und den ſpätern Ungehorſam völlig vergeſſen und vergeben, und fand immer größern Gefallen an ihm, ſo daß er zuletzt eine beſondre Glocke auf das Schloß machen ließ, deren einzige Beſtimmung war den Pfarrer wenn er ſeiner begehrte nach Hohenheim zu rufen. Gleiche Gunſt erlangte dieſer bei der Herzogin; ja ſie machten manches wohlgeſinnte Complot mit einander gegen den Herzog, und benützten ihren Einfluß auf ſein Herz um Blitzableiter gegen ſeine ſchnell auflodernde Leiden⸗ ſchaft zu errichten, indem ſie, gemeinſam aber anſcheinend zufällig, ſeinen keimenden Argwohn oder Groll gegen einen Menſchen im Voraus durch löbliche Züge die ſie ihm von dieſem erzählten um⸗ zuſtimmen und abzulenken wußten. Sollte nun meine Geſchichte das nicht gehalten haben was ich von ihr verſprach, ſo könnt ihrs nur meiner unvollkommenen Erzählungsweiſe zuſch reiben.

Du ſollſt für deine Geſchichte bedankt ſein, ſagte Schiller: nur vermiſſe ich einen Schluß dabei.

Ich ſehe, nahm Peterſen das Wort, in dieſer ganzen Ge⸗

ſchichte nichts als einen Wechſel von Tyrannenlaunen; denn Schiller's Heimathjahre. II. 25